Landausflüge in Lissabon

Landausflüge in Lissabon

Blick vom Praça do Comércio auf den Tejo

Die Hauptstadt Portugals hat gut 550.000 Einwohner und ist das politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Kreuzfahrtschiffe fahren, zum Beispiel im Rahmen von Kanaren Kreuzfahrten, in die breite Mündung des Tejo-Flusses ein. Jetzt ist es Zeit, an Deck oder auf den Balkon zu gehen. Besser an Deck, da kann man nach beiden Seiten schauen. Dann passiert das Kreuzfahrtschiff den an Backbord liegenden Torre de Belem und wenig später das Mosteiro dos Jerónimos mit seiner prachtvollen, dem Wasser zugekehrten Fassade. Auf der Backbordseite sieht man die 110 Meter hohe Christusfigur am Südufer. Und dann geht der Blick unweigerlich in die Höhe, wenn das Kreuzfahrtschiff unter der Hängebrücke Ponte 25 de Abril hindurch gleitet und schließlich in einer Stadt anlegt, die von ihren Liebhabern – und davon gibt es viele! – als eine der schönsten Europas gepriesen wird. Hier finden Sie Informationen für Ihre Landausflüge in Lissabon. Weitere Information über das Kreuzfahrtziel Lissabon gibt es auf der Webseite der lokalen Touristeninformation. Sorgfältig ausgewählte Landausflüge in Lissabon kann man z.B. bei Viator oder Kreuzfahrtausflüge.de buchen.

Auf eigene Faust

Lisbon Cruise Terminals

Lisbon Cruise Terminals

Lissabon verfügt über zahlreiche Liegeplätze und Kreuzfahrtterminals. Fährt man mit einem Kreuzfahrtschiff den Tejo hinauf, gibt es direkt hinter der Hängebrücke Ponte de 25 Abril nebeneinander zwei ältere Kreuzfahrtterminals (Alcântara und Cais da Rocha Conde de Óbidos). Diese wurden aber zuletzt immer weniger genutzt.

Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren den Fluss ein Stück weiter hinauf, passieren den Platz Praça do Comércio, und machen an Liegeplätzen entlang der Av. Infante Dom Henrique zwischen den Metrostationen Terreiro do Paço und Santa Apolónia fest. Manchmal wird auch von den Lisbon Cruise Terminals (lct.pt) gesprochen. Es gibt drei Kreuzfahrtterminals. Das Santa Apolónia Cruise Terminal, das Jardim do Tabaco Cruise Terminal und einen Neubau, der sich derzeit (Sommer 2017) der Fertigstellung nähert. Insgesamt beträgt die Kailänge 1,5 Kilometer in unmittelbarer Zentrumsnähe. Unterschieden werden die Liegeplätze Santa Apolonia (TPSA), Santa Apolonia Jusante (TPSAJ), Santa Apolonia Montante (TPSAM) und Jardim do Tabaco (JTab).

Lage der Terminals

Lage der Terminals

Zu Fuß

Wie man auf der Karte erkennt, liegen die Anleger und Terminals sehr verkehrsgünstig. Das Stadtviertel Alfama, die Kathedrale Sé Patriarcal und das Castello S. Jorge kann man zu Fuß erreichen. Es sind allerdings einige Steigungen zu überwinden. Zum Praça do Comércio im Stadtviertel Baixa geht man je nach Liegeplatz ca. 800 Meter bis 1,5 Kilometer.

Öffentlicher Nahverkehr

Straßenbahn 28E

Straßenbahn 28E

Die Metrostation Santa Apolónia befindet sich neben dem Apolónia Cruise Terminal. Auf der Karte oben erkennt man an der Stelle eine Bahn, die den Bahnhof Lissabon Santa Apolónia markiert. Man hat also direkt am Hafen Zugang zur Metro (metrolisboa.pt/). Für weiter vorne liegende Kreuzfahrtschiffe könnte auch die Station Terreiro do Paço in Frage kommen. Ein Einzelfahrschein kostet derzeit 1,45 Euro und ein Tagesticket 6,15 Euro. Die Tickets sind gültig für Metro und Carris. Carris (carris.pt/en/) ist die Verkehrsgesellschaft für Busse, Straßenbahnen und Elevators.

Besonders beliebt bei Urlaubern sind die historischen Straßenbahnen der Linie 28E. Wer einen Platz ergattern möchte, sollte an der Haltestelle Martim Moniz einsteigen. Die kleinen Wagen sind häufig extrem voll und man muss sehr auf Taschendiebe aufpassen. Aus diesen Gründen können wir die Fahrt nur eingeschränkt empfehlen.

Es gibt auch noch rot-weiße Touristentrams, die von der Praça do Comércio zu ihren Fahrten starten. Die normalen Tickets gelten hier nicht. Die Fahrten der Touristentrams sind als Hop-on-hop-off-Touren konzipiert und es werden 24-Stunden-Fahrscheine verkauft.

Stadtrundfahrten

Stadtrundfahrten

Stadtrundfahrten

Natürlich gibt es auch in Lissabon die Hop-On-Hop-Off-Busse. Diese fahren auf verschiedenen Routen durch die Stadt. Die Fahrgäste können unterwegs an jeder Haltestelle aussteigen und mit einem der nachfolgenden Busse weiterfahren. Das ist sehr bequem, zumal die Busse immer an den Kreuzfahrtterminals halten. Allerdings ist diese Art der Stadtbesichtigung extrem zeitraubend. Zu Fuß und mit der Metro ist man oft schneller. Es gibt in Lissabon sogar drei verschiedene Anbieter. Yellow Bus (yellowbustours.com) der lokalen Nahverkehrsgesellschaft Carris, Grayline (grayline.com) oder die aus vielen Häfen bekannten roten Busse von City Sightseeing. Tickets bekommt man am Hafen oder vorab z.B. bei Viator (Link s. oben).

Taxen

Taxen warten im Bereich der Liegeplätze auf Kundschaft. Die meisten sind beigefarbig und haben ein rotes Taxischild. Alle Fahrzeuge sind mit Taxametern ausgestattet. Die Fahrt zum Praça do Comércio kostet weniger als 5 Euro. Eine Taxi-Tour nach Sintra kostet ca. 70 Euro.

Highlights für Landausflüge in Lissabon

Das Zentrum der Stadt

Das Zentrum der Stadt

„Wer Lissabon nie sah, sah nie etwas Gutes“. Dieses portugiesische Sprichwort hört sich zwar nicht ganz so dramatisch an wie das berühmte „Neapel sehen und sterben“, aber es drückt den Stolz aus, den die Portugiesen für ihre Hauptstadt empfinden – mit Recht. Die Stadt ist wunderschön. Allerdings wundert man sich häufig über bröckelnde Bausubstanz auch in besten Lagen. Lissabon kann man in verschiedene Stadtviertel (Barrios) einteilen.

Barrio de Alfama

Die Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe befinden sich in diesem Stadtviertel. Man könnte also einen Stadtrundgang hier beginnen. Die Alfama war in maurischer Zeit das Stadtzentrum Lissabons. Bei dem katastrophalen Erdbeben im Jahre 1755 wurde die Alfama kaum beschädigt. Man bummelt durch schmale Gassen und über steile Treppchen und bestaunt Erker, Giebel, Balkone und in die Wände eingelassene bunte Kacheln.

Kathedrale Se und Hafen

Kathedrale Se, Alfama und Hafen

Das Wort Miradouro im Stadtplan bezeichnet einen Aussichtspunkt. Zu den Sehenswürdigkeiten dieses Stadtviertels gehören das Castelo de São Jorge, die Kathedrale Se, die Kirche und Kloster São Vicente de Fora oder die Casa dos Bicos.

Das Castelo Sao Jorge, die bereits im 9. Jahrhundert erbauten Burg, die von 1938 bis 1940 im ursprünglichen Stil restauriert wurde, thront hoch über Lissabon. Von ihrer mit Bäumen bepflanzten (und daher im heißen Sommer Schatten spendenden!) Terrasse an der Südseite bietet sich eine umfassende Aussicht auf die Stadt und den Tejo.

Baixa

Blick über die Baixa

Blick über die Baixa bis zum Castelo Sao Jorge

Das Stadtviertel Baixa (Unterstadt) wird eigentlich als Innenstadt Lissabons angesehen und ist das Zentrum des Tourismus. Hier gibt es neben verschiedenen Sehenswürdigkeiten viele Hotels, Gastronomie und Geschäfte. Das Ganze Viertel wurde 1755 durch das berühmte Erdbeben komplett zerstört und unter Leitung des Marquês de Pombal neu aufgebaut. Es gibt viele prachtvolle Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. Aber, wie oben erwähnt, erstaunlicherweise hier und da auch Verfall.

Bereits vom Kreuzfahrtschiff aus sieht man den Praça do Comércio, einem weitläufigen Platz, der sich nach Süden zum Tejo hin öffnet und auf den übrigen drei Seiten durch schöne, mit Bogengängen geschmückte Bauten aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begrenzt wird. Von hier führen mehrere Parallelstraßen mit eleganten Geschäften zur Praça de Dom Pedro IV. Dieser Platz, der allgemein als Rossio bekannt ist, war bis zum Erdbeben der Hauptplatz Lissabons. An der Nordseite steht das Teatro National de Dona Maria II, das portugiesische Nationaltheater. Vom Rossio aus zieht sich in nordwestlicher Richtung die Prunkstraße Avenida da Liberdade hin, mit 90 Metern einer der breitesten und imposantesten Boulevards Europas, der nach anderthalb Kilometern an der Praça de Pombal mit einem Denkmal für den Minister, der die Stadt nach dem Erdbeben von 1755 wiederaufbaute, endet. Dahinter erstreckt sich der Parque Eduardo VII mit dem gewaltigen Gewächshaus Estufafria.

Elevador de Santa Justa

Elevador de Santa Justa

Ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt mit dem Personenaufzug Elevador de Santa Justa, der seit mehr als hundert Jahren die Baixa mit einem höher gelegenen Stadtteil verbindet.

Barrio Alto

Auch Bairro Alto kann gegenüber seiner Rivalin Alfama auf der anderen Seite der Baixa eine Eigentümlichkeit aufweisen. Hier liegen die typischen, stilvoll eingerichteten Fado-Lokale, in denen sich das Lissaboner Nachtleben abspielt. Es handelt sich um Restaurants und Weinstuben, in denen die traditionellen Gesänge des Fado vorgetragen werden, gewöhnlich von einer schwarzgekleideten, mit einer Art Mantilla geschmückten Frau, die von Gitarre und Bratsche begleitet wird. Sie singt von den Schönheiten ihrer Heimat, aber natürlich auch – wie sollte es anders ein – von unglücklicher Liebe und gebrochenen Versprechungen.

Belem

Torre de Belem

Torre de Belem

Das Stadtviertel Belem (deutsch: Bethlehem) liegt, von der Innenstadt aus gesehen, hinter der großen Hängebrücke direkt am Tejo. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Belem eine selbständige Gemeinde. Das Erdbeben von 1755 hat hier wenige Schäden angerichtet und viele ältere Sehenswürdigkeiten sind erhalten geblieben. Dazu gehören der berühmte Torre de Belem, das Kloster Mosteiro dos Jerónimos oder das Denkmal der Endeckungen (Padrão dos Descobrimentos). Eine berühmte kulinarische Spezialität aus Belem sind die Pastel de Belém, kleine Blätterteigtörtchen mit Pudding.

Das Umland

Palácio Nacional de Sintra

Palácio Nacional de Sintra

Der Landausflug, der auf Kreuzfahrten oft angeboten wird, führt von Lissabon aus nach Sintra, Cascais und Estoril. Sintra liegt rund 30 Kilometer westlich von Lissabon in den Bergen und war einstmals die Sommerresidenz der portugiesischen Könige. Im Stadtzentrum steht das Schloss, mit seinen charakteristischen kegelförmigen Schornsteinen. Das Innere ist sehr sehenswert. Dazu kommt der vier Kilometer entfernte Palácio Nacional da Pena, der von 1840 bis 1850 an der Stelle eines alten Klosters als königliche Sommerresidenz erbaut wurde. Und dann geht es nach Süden zur Küste nach Cascais, einem ebenso hübschen Fischerstädtchen wie das nördlich gelegene Nazare, freilich schon etwas geprägt durch die Nachbarschaft von Estoril, dem mondänsten Badeort an der portugiesischen Riviera mit seinen Thermalbädern und Parkanlagen.

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