Tanger

Tanger

Tanger

Tanger ist eine marokkanische Großstadt mit mehr als 600.000 Einwohnern an der Straße von Gibraltar. Die Stadt war 45 Jahre lang (1912-1957) Handelsfreiplatz und Freihafen und der gemeinsamen Verwaltung vor acht Mächten, darunter Marokko, unterstellt. Alle Waren konnten ohne Zoll eingeführt, verkauft, umgeschlagen oder wieder ausgeführt werden; es gab einen internationalen Gerichtshof, mehrere Postämter, die jeweils Briefmarken ihres Landes verkauften, und einen freien Geldmarkt. Alle diese Vorrechte ließen Tanger in kürzester Zeit zur blühenden, reichen und durch die zahlreichen Fremdeinflüsse nicht typisch marokkanischen Stadt werden. Als jedoch der Ausnahmestatus wieder aufgehoben wurde hörte die rasante Entwicklung auf.

Auf eigene Faust

Tanger HafenVierzig Kilometer von Tanger entfernt (in Richtung Ceuta) wurde ein riesiger neuer Container- und Fährhafen (Tanger Med-Port) gebaut. Dadurch wurde es ruhig im Hafen der Stadt Tanger, der in Zukunft touristisch genutzt werden soll. Bis 2015 soll der Umbau des Hafens abgeschlossen sein. Kreuzfahrtschiffe machen in Laufweite zur Innenstadt fest.

Medina, Kasbah und andere Sehenswürdigkeiten kann man gut zu Fuß ablaufen. Wenn man sich denn traut. Es ist natürlich eine andere Welt. Aber die Menschen sind sehr freundlich. Wer möchte kann die Dienste von Stadtführern und Taxifahrern in Anspruch nehmen. Nicht wenige sprechen deutsch. Ein deutschsprachiger Ausflugsanbieter ist Medatour. Sorgfältig ausgewählte Landausflüge und Besichtigungstouren lokaler Anbieter können Sie z.B. bei Kreuzfahrtausflüge.de buchen.

Die Highlights von Tanger

Zwei traditionelle Mittelpunkte des Lebens in Tanger heißen Grand Socco und Petit Socco – der große und der kleine Souk. Der Grand Socco, der große Souk, befindet sich auf dem großen Place du 9 Avril 1947. Von hier gelangen Sie durch ein Tor in die Medina. Jedes Gewerbe hat da sein eigenes kleines Viertel – in einer Gasse die Tischler, in einer anderen die Goldschmiede. Der Petit Socco im Herzen der Medina ist ein stimmungsvoller Platz mit zahlreichen Cafes.

Kasbah

Kasbah

Die wehrhafte Kasbah (Zitadelle) befindet sich auf dem Hügel über der Medina. Sultan Moulay Ismail ließ im 17. Jahrhundert in der Kasba seinen Palast errichten ließ. Heute sind zwei Museen in dem prachtvollen Bau untergebracht. Durch ein unauffälliges Tor in der Rue Riad Sultan gelangt man in den Sultansgarten, einen hübschen Hof mit efeu- und weinberankten Spalieren, Orangenbäumen und zwitschernden Vögeln. Gleich daneben ist eine weitere kleine Gartenanlage mit Bananenstauden und einem riesigen dreistämmigen Feigenbaum. Von hier aus gelangen Sie in den eigentlichen Palast. Der von wuchtigen Marmorsäulen eingerahmte Innenhof ist jetzt Mittelpunkt des Museums für marokkanische Volkskunst. In den Ausstellungsräumen findet man unschätzbare illuminierte Korane, Holz- und Metallarbeiten, Berberteppiche, edle Stoffe und eine Keramiksammlung. Das angrenzende Altertumsmuseum zeigt Funde aus der Steinzeit und römische Mosaike.

Sultanspalast

Sultanspalast

Sie können den Palast durch das elegante Schatzhaus Bit el-Mal verlassen, in dem mehrere Räume mit Balkon den mechouar überblicken, den Paradeplatz, auf dem sich das Volk versammelte, um dem Sultan oder dem Gouverneur zu huldigen. Nördlich davon bietet ein über dem Felsen gelegener Aussichtspunkt den besten Rundblick über Bucht und Meerenge. Etwas östlich des Petil Socco befindet sich die Große Moschee, die Tanger ebenfalls den Sultan Moulay Ismail verdankt. Er ließ sie an der Stelle einer alten Moschee errichten, die die Portugiesen im 15. Jh. zur Kathedrale des Heiligen Geistes umgebaut hatten.

Ausflüge ins Umland

Kap Spartel

Kap Spartel

Das Kap Spartel an der Straße von Gibraltar wird manchmal fälschlicherweise als nördlichster Punkt Afrikas dargestellt. Auch wenn das nicht ganz stimmt, ist das Kap ein schönes Ausflugsziel. Steigen Sie die Wendeltreppe zur Plattform des Leuchtturms hinauf und genießen Sie die Aussicht auf die Straße von Gibraltar und den regen Schiffsverkehr. Der schöne Strand, der hier beginnt, wirkt einladend, doch sollte man beim Schwimmen im wilden Atlantik vorsichtig sein. Einige Kilometer weiter die Küste entlang kann man die Herkulesgrotten besuchen, die schon in vorgeschichtlicher Zeit als Steinbruch dienten.

Ein Tagesausflug in die Rifberge führt in die 120 Kilometer entfernte Stadt Chefchaouen (Chaouen) mit ihren weißgetünchten Häusern. Das im 15. Jahrhundert gegründete Städtchen war ein Zufluchtsort für Mauren und Juden, die bei der christlichen Wiedereroberung Spaniens vertrieben wurden. Der Ort war über Jahrhunderte völlig von seiner Umgebung abgeschlossen, so dass andalusische Architektur, Gärten und Handwerkskünste unverändert erhalten blieben. Unterwegs kann man auch die Stadt Tetuan besuchen. Die Großstadt war früher Hauptort des spanischen Protektorats Nordmarokko. Mit ihren weißen Häusern, die sich über dem Mittelmeer von den Hängen des Riffs abheben, hat die Tetuan andalusisches Gepräge. Die weitläufige Medina gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

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